Vom „Bällchen-Spiel-Verbot“ & geklebten Flippohren

Huhu!

Ein Glück, dass in der virtuellen Welt die Seiten nicht zustauben, sonst hätte ich ganz schön putzen können.

Joker, Sadiki und ich genießen zur Zeit die Ferien und das schöne Wetter. Während der ganz heißen Tage haben wir einfach nur mit dem Ball am bzw. im Wasser gespielt. Jetzt, wo es wieder angenehmer draußen ist, arbeiten wir an unseren kleinen Baustellen im Dummybereich. Sadiki lässt sich endlich auch über breite Flüsse voran schicken und Joker bleibt unangeleint, wenn auch fiepend, liegen, wenn Sadiki Wassermarkierungen arbeitet. Ich finde, dass man an Joker und Sadiki ganz deutlich sieht, dass Ballspielen im /am Wasser mit einem Tollerwelpen nicht das Fiepen oder Einspringen per se fördert. Wäre dem so, müsste Sadiki genau derjenige sein, der laut ist. Ich bin der Meinung, dass der Hund entweder die Veranlagung mitbringt oder eben nicht. Joker ist „von Haus aus“ laut(er). Mit dem richtigen Training habe ich ihn still bekommen, aber er hat auch ganz schnell gemerkt, dass ich mit der Zeit inkonsequenter wurde und so begann er wieder zu fiepen/schreien. Mich stört es nicht, so lange er auf seinem Platz bleibt. Sadiki durfte von Anfang an Bälle aus dem Wasser holen und er war trotzdem nicht laut am Wasser. Ich denke, dass er „von Haus aus“ ein leise arbeitender Toller ist. Ich kann mit ihm noch so viel Ballspielen, er wird deswegen nicht fiepen.

Sehr oft lese ich, dass man auf gar keinen Fall mit einem Toller(welpen) am/im Wasser mit dem Ball spielen sollte und wenn, dann doch bitte nur „kontrolliert“. Fragt man nach dem Warum, bekommt man als Antwort: „…weil er sonst fiept, also bei der Dummyarbeit laut ist“ Aha, und warum darf er nicht laut sein? „Ein lauter Hund besteht die Dummyprüfung nicht“ So so, das ist es also, darum dreht sich alles – Dummyprüfung!

Nächste Frage, neue Antwort, warum benötigt der Hund denn eine Dummyprüfung?  Die Antwort liegt doch eigentlich auf der Hand. Der Hund selbst benötigt die Prüfung bestimmt nicht. Der Hund möchte ausgelastet und beschäftigt werden, für den Toller/Retriever bietet sich selbstverständlich die Dummyarbeit an, aber Dummyarbeit und Dummyprüfung sind meiner Meinung nach zwei verschiedene Dinge.

Kurz gesagt, ich kann meinen Hund mit Dummies beschäftigen, also Markierungen/Einweisen/Verlorensuche arbeiten, aber ich muss deswegen keine Prüfung melden. Ob mein Hund piepst, kann mir dann egal sein, solange ich ihn auslaste und der Hund zufrieden ist. Joker beispielsweise fiept, aber ansonsten arbeitet er alle Dummyaufgaben, wie jeder andere Hund (der leise ist). Das Fiepen ist für mich nicht hinderlich. Klar, eine Prüfung könnte ich zur Zeit (und auch später) nicht melden, aber – und damit zurück zur letzten Frage – was habe ich von dieser Prüfung. Eins ist sicher, die Prüfung ist Voraussetzung für die Zuchtzulassung.

AHA!

Wahrscheinlich ist das die Antwort. In der letzten Zeit kommt es mir fast so vor, als würden Neuzüchter wie Pilze aus dem Boden schießen und Rüden, welche die Mindestanforderungen der ZZL erfüllen als neue Deckrüden eingetragen werden. Keine Dummyprüfung bedeutet also keine ZZL (Zuchtzulassung).

Überspitzt gesagt, darf ein Toller  also nicht laut sein, weil er sonst die  ZZL nicht bekommt. Jetzt müsste man sich aber fragen, ob dann dieser Hund überhaupt die ZZL bekommen sollte, wenn er ein Verhalten zeigt, was eigentlich nicht erwünscht ist, was man aber evtl. „wegtrainieren“ kann. Wegtrainieren bedeutet nämlich nicht, dass man seine Veranlagung ändert.  Spielt man also mit einem Toller, der zum Fiepen neigt nicht mit dem Ball,  sondern übt ganz streng nach dem „Dummytrainingsfahrplan á la step by step“ bekommt man dadurch vielleicht einen Hund, der überwiegend leise ist und man wird auch evtl. eine Dummyprüfung bestehen. Was aber bleibt, ist seine Veranlagung. Nun stelle ich mir immer wieder die Frage, warum so ein Toller, der dann noch dazu Flippohren hatte, die aber mittlerweile durch fleißiges Kleben der Ohren im Welpenalter nicht mehr sichtbar sind, in die Zucht gehen muss.

Gut, diese Frage werde ich wahrscheinlich nicht klären können, aber eine Vermutung habe ich möglicherweise in einer der letzten Clubzeitung gefunden. Der Welpenpreis ist von stolzen 1200 Euro auf 1300 angestiegen. Das könnte eine Erklärung sein, muss aber nicht.

Nun ja, die Zucht ist und bleibt ein Thema für sich, insbesondere die deutsche Tollerzucht. So manches Mal frage ich mich, warum der ein oder andere Züchter nicht einem Bastelklub beitritt, anstatt seinen Bastelwahn an den Ohren seines Tollers auszuleben.

Ich kann mich noch gut an eine Diskussion erinnern, in der es darum ging, ob ich mit meinem Ausstellunghandling nicht „manipulativ“ auf meinen Hund einwirken würde, indem ich sein rechtes Bein etwas weiter nach hinten setze, um ihm damit augenscheinlich bessere Hinterhanwinkelungen zu verleihen. Geschicktes Handling ist also Manipulation, aber das Kleben von Flipp- oder Knickohren, mit dem Ziel, diese in die richtige Form zu bringen, sodass man später keine Knick oder Flippohren mehr sieht, ist also völlig in Ordnung .

Ah ja, natürlich ist es in Ordnung, ist doch der Formwert etwas ganz ganz unwichtiges, weil der Toller „durch Leistung zum Typ“ finden soll. Na prima, wieso haben sich die DRC-Züchter dann so über das geplante und durchgeführte Einkreuzungsprojekt geärgert. Also ich persönlich finde ja, dass ein Field Trial Golden oder auch ein Welsh Springer Spaniel dem Duck Toller sogar noch ein wenig mehr Pfeffer und Jagdpassion verleiht. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, müsste der ein oder andere DRC Züchter doch höchst erfreut über dieses Projekt sein oder er/sie müsste genau an dieser Stelle den Fehler in seiner/ihrer Argumentation finden.

Zurück zu „meinen Jungs“:

Ausstellungsergebnisse gibt es nicht, meine Zeit lässt momentan, neben der Uni und der „restlichen Hundefreizeit“ keine Ausstellungsbesuche zu. Davon abgesehen ist so eine Pause auch mal ganz gut, um die Sache aus der Entfernung zu betrachten. Wer auch immer sagte, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, muss ein kluger Mensch gewesen sein.  Na ja, kommt Rat kommt Zeit. Eins ist jedenfalls sicher, die Ausstellungsrubrik wird demnächst – auch wenn keine neuen Ergebnisse folgen – überarbeitet werden. Bis dahin heißt es abwarten, was da zum Vorschein kommt.

Auch meine Website wird  bald erneuert, in der Zwischenzeit surfe ich durchs I-Net um ein paar Anregungen für das neue Design zu bekommen. In der  deutschen Tollerszene scheinen mir eigene und höchst ausgeklügelte Zitate richtig „trendy“ zu sein.  Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. Gut, mit tollen Erkenntnissen zum Lernverhalten kann ich nicht dienen, aber dafür mit vertieften Fachkenntnissen zur Anatomie des Hundes.

Wie wäre es mit:

 „Meine Hunde haben vier Beine und hätten sie nur drei, so würde ihnen ein Bein fehlen“ (Alex Osterfrau)

Klingt doch toll, oder? 😉

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